Bissiges

Februar 10, 2009

Widerstand ist zwecklos

Filed under: Arbeitsbedingungen,Schulpolitik — laempel @ 11:38 pm
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„Jede grundlegende Reform erzeugt erst einmal Widerstand“ — so ordnet also unsere Bildungsministerin, Frau Erdsiek-Rave, die Kritik der Lehrkräfte an der Oberstufenreform („Profiloberstufe“) ein, wie jüngst in den Kieler Nachrichten zu lesen war. Die in dem Artikel geäußerte Kritik an dieser Reform bestand im Wesentlichen darin, dass diese (wie vieles aus dem Bildungsministerium) nicht ganz ausgegoren ist und zu wesentlich höheren Kursstärken geführt hat. Der pädagogische Mehrwert ist bei solchen Sparmaßnahmen für die Beteiligten dadurch natürlich nicht sofort zu erkennen, vor allem da bei der andauernden Reformeritis, gepaart mit zum Teil erschreckend oberflächlichen, allein der Zeitvergeudung dienenden Pflicht-„Fortbildungen“ (nicht im Artikel erwähnt), nur noch wenig Zeit bleibt für die eigentliche Aufgabe von Lehrern: einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu gestalten.

Mit solchen Vorwürfen setzt sich eine Ministerin natürlich nicht gern auseinander. Und da kommt einem ein solches Totschlag-Argument  gerade recht, um alle Bedenken sofort vom Tisch wischen.

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2 Kommentare »

  1. Und selbst Lehrer, die einen qualitativ hochwertigen Unterricht bieten, bleiben Zielscheibe scharfer Geschosse, wenn sie sonst nichts machen. Was ist mit Schulgestaltung und Schulentwicklung? Nicht weg zu denken bei denjenigen, die mit einem Auge auf eine Beförderung schielen. In so manchem Fall darf dann die Unterrichtsqualitär ruhig mal unterirdisches Niveau erreichen – Hauptsache die Fassade stimmt und es hilft der eigenen Karriere …

    Kommentar von K. — Februar 11, 2009 @ 12:00 am | Antwort

  2. Das Schöne an der Schulgestaltung ist ja, dass sie nie aufhört, weil ja alle halbe Jahre die Rahmenbedingungen geändert werden. Also eine ausreichend große Spielwiese für die, die auf eine Beförderung zielen. Dass aber dieses Jahr noch Beförderungsstellen ausgeschrieben werden, wage ich zu bezweifeln. Realistisch gesehen ist Schleswig-Holstein pleite. Und welch eine Überraschung: Auf der Suche nach möglichen Sparmaßnahmen fiel Herrn Stegner sofort die Reduzierung der Personalkosten ein — durch Stellenstreichungen. Als ob man dadurch die jährliche Zinslast von einer Milliarde tatsächlich verringern könnte.

    Kommentar von laempel — Februar 18, 2009 @ 12:08 am | Antwort


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