Bissiges

Oktober 31, 2007

Wen die Götter strafen wollen, …

Filed under: Arbeitsbedingungen — laempel @ 9:50 pm

… dessen Wünsche erhören sie. Einmal lässig dahergesagt, dass man eigentlich Lust hätte, mal wieder einen Oberstufenkurs zu unterrichten, und schon kommt am nächsten Tag der Chef auf einen zu, ob man nicht bereit wäre, zusätzlich den Kurs eines erkrankten Kollegen zu übernehmen, am besten eher heute als morgen. Na, so schnell sollte es nun auch wieder nicht gehen. 😦

Oktober 29, 2007

Distanzierung

Filed under: Meinungsfreiheit — laempel @ 11:14 am
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Offenbar treiben sich in diversen Foren Menschen herum, die das auch vom Oberlehrer verwendete Pseudonym des Lehrers Lämpel missbrauchen, um so gefahrlos andere zu verunglimpfen. Deshalb möchte der Oberlehrer sich von solchem Verhalten dezidiert distanzieren und betonen, dass trotz aller Bissigkeit und Ironie der respektvolle Umgang miteinander, die gegenseitige Achtung im Zentrum seines Handelns stehen.

 

Oktober 28, 2007

Erziehung zur Selbständigkeit

Filed under: Eltern,Schülerverhalten — laempel @ 9:16 am

Brief von Eltern an den Klassenlehrer ihres Sohnes, der die achte Klasse besucht:

 Sehr geehrter Herr …

 Seit letzter Woche kann … seine Jacke nirgends finden. Können Sie bitte die Mitschüler befragen, ob jemand die Jacke versehentlich eingesteckt hat?

Mit freundlichen Grüßen

 Nun ist es sehr löblich, dass diese Eltern sich darum kümmern, dass ihr Sprössling seine Kleidungsstücke zusammenhält. Dass dies nicht immer der Fall ist, erfährt man am augenscheinlichsten bei der Fundstelle der regionalen Busunternehmen. Hier kann man sich je nach Bedarf mit Mützen, Jacken, Sportsachen, Handschuhen usw. eindecken, die in den Schulbussen liegen geblieben sind.

Allerdings sind diese Eltern wiederum Großmeister im Delegieren: Der Lehrer soll doch bitteschön die Arbeit machen, das eigene Kind ist schließlich damit überfordert, bei den Klassenkameraden nachzufragen oder vielleicht auch das Fundbüro der Schule aufzusuchen. Als netter Nebeneffekt springt für die Schüler auch eine nicht ganz unerwünschte Reduktion der Unterrichtszeit heraus, denn schließlich muss man lang und breit Vermutungen anstellen, wo denn die Jacke geblieben sein könnte, und jeder Einzelne muss beteuern, dass er sie selbstverständlich nicht eingesteckt habe, aber vielleicht ein Schüler aus der Nachbarklasse? …

Oktober 23, 2007

Auf der Autobahn

Filed under: Marotten — laempel @ 8:36 pm
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Autobahnfahrten sind ein Erlebnis für sich, vor allem, wenn man als Provinzler nicht allzu oft in die Verlegenheit kommt und wenn man ein Durchschnitts-Kfz betreibt, das mit den antriebsstarken Protzschüsseln aus Stuttgart bzw. München nun einmal nicht mithalten kann.Das Gefühl, mit sanfter Gewalt von der Überholspur gedrängt zu werden, gehört nicht zu den angenehmeren. Beliebt ist auch das Herumschlängeln, bei dem im Wechsel links und rechts alle Langsameren geschnitten werden — vorzugsweise erfolgt der letzte Schlenker von der linken auf die rechte Spur kurz vor der nächsten Ausfahrt, in die dann haarscharf eingebogen wird. Sollte von den so Überholten einer vor Schreck ins Schlingern geraten, tickt sich der davonbrausende Alleskönner an die Stirn und setzt ein paar deftige Flüche ab ob der Sonntagsfahrer, die sich so unverschämterweise auf deutschen Straßen herumtreiben.

Interessanter ist da nur noch das Verhalten im Stau, das bei vielen nach dem Motto abläuft „Hauptsache ich komme einen Zentimeter weiter“. Beim Einfädeln drängelt Autofahrer sich gleich noch mit in die Lücke, die sich der Vordermann erschlossen hat — dass der Autofahrer dahinter voll in die Eisen steigen muss und so einen Auffahrunfall provoziert, interessiert weiter nicht. Geht es in Zweierreihen im Schneckentempo voran, ohne dass ein Hindernis zu erkennen ist, muss der Ungeduldige natürlich in die Mitte rücken, um zumindest die Chance auf einen Blick zu erhaschen. Gut, wenn davor nicht einer darauf angewiesen ist, dass ein Rettungswagen möglichst schnell zu ihm vorstößt. Ansonsten: Pech.

Im Gegensatz dazu fährt der Oberlehrer nach dem Motto: Besser ich stehe im Stau, als dass ich ihn verursacht habe. 😉

 

Oktober 13, 2007

Schulinternes Fachcurriculum

Filed under: Arbeitsbedingungen,Schulpolitik — laempel @ 6:21 pm

Klingt professionell und kompetent, hat sich wohl die schleswig-holsteinische Kultusbürokratie gedacht. Warum sollte man sich auch die Mühe machen, wie üblich Lehrpläne für die unterschiedlichen Schulformen zentral zu erstellen, die nun nach dem neuen Schulgesetz entstanden sind (Gemeinschaftsschulen, Regionalschulen, G8-Gymnasien mit Profiloberstufe)? Die beachtet doch sowieso kein Lehrer. Also geben wir dem Kind einen schicken Namen, laden den mit so positiv besetzten Begriffen wie „Schulautonomie“ und „Individualsierung“ auf und delegieren diese mühselige und langweilige Arbeit an die Lehrkräfte vor Ort. Jede Schule ihren eigenen Lehrplan!

Und das zu erwartende Resultat? Entweder es geschieht ein Wunder und die ansonsten so individualistischen Lehrer vernetzen sich mit Kollegen an anderen Schulen, um die Inhalte dann doch wieder informell anzugleichen — oder ein Umzug von Oldenburg nach Husum wird in Zukunft für die betroffenen Kinder genauso traumatisch wie er schon heute von Schleswig-Holstein nach Bayern ist.

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