Bissiges

September 9, 2007

Sitzordnung im Lehrerzimmer …

Filed under: Arbeitsbedingungen,Marotten — laempel @ 9:36 pm

… das ist eine heikle Angelegenheit, besonders für Neuankömmlinge. Am ersten Tag den falschen Platz zu wählen, kann dazu führen, dass man Feinde fürs Leben gewinnt, die einem den Berufsalltag schwer machen. Lehrer reagieren äußerst empfindlich darauf, wenn sie befürchten, jemand wolle ihnen etwas fortnehmen. Da hilft auch kein noch so freundliches und ehrliches Entschuldigen nach dem Missgeschick. Der Anspruch auf den eigenen Platz, auch wenn er objektiv nicht besteht, wird vehement verteidigt, selbst über den Anlass der Aufregung hinaus.

Neben der Sitz- ist auch noch die Ordnung auf den Tischen sehr aufschlussreich. Der Oberlehrer maßt sich zwar nicht an, aus dem Zusammenspiel von Büchern, Heften, Schreibmaterialien tiefenpsychologische Rückschlüsse zu ziehen, allerdings sagt dies doch mehr über den Betreffenden aus, als er manchmal wahrhaben möchte. Grundsätzlich zu unterscheiden wären die Ordnungsfanatiker und die Chaotiker, wobei es zu interessanten Szenen kommt, wenn die Vertreter dieser Gattungen zufällig an einem Tisch sitzen. So könnte die sich muränenartig ausbreitende Masse an Heftern und Materialien des Geographielehrers für eine heftige Reaktion des gegenübersitzenden Mathematikkollegen sorgen, der stets peinlich genau darauf achtet, dass alle seine Unterlagen im rechten Winkel zueinander angeordnet sind. Für Miss-Stimmung sorgt es auch, wenn Fremdsprachenlehrer so viel Anschauungsmaterial mitbringen, dass die Tischfläche nicht ausreicht, sondern auch der Fußboden belegt wird, sodass alle anderen darüber stolpern.

An jedem Tisch gibt es  ein Missverhältnis zwischen den Organisierten und den Schnorrern. Während die einen Schalen oder Ständer mit Stiften, Klebe, Schere, Heftklammern, Notizpapier auf ihrem Tisch angeordnet haben, bedienen sich die anderen ungeniert, um sich dann lauthals zu beschweren, dass nirgends im Lehrerzimmer auch nur ein Stift aufzutreiben sei. In einigen Lehrerzimmern muss man sogar darauf achten, dass die fahrlässig auf dem Tisch deponierten Unterrichtsvorbereitungen nicht von gierigen Kollegen eingemeindet werden. Und wer Nervennahrung wie Kekse oder Süßigkeiten unbewacht liegen lässt, ist selbst schuld, wenn er sie am Ende des Unterrichtstages nicht mehr wiederfindet ….

Advertisements

Schreibe einen Kommentar »

Es gibt noch keine Kommentare.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: