Bissiges

Juli 31, 2007

Milchpanik im Sommerloch

Filed under: Uncategorized — laempel @ 6:51 pm

Gestern der große Aufmacher in allen Medien: Die Preise für Milch und Erzeugnisse aus dieser Flüssigkeit steigen. Ein deutsches Grundnahrungsmittel ist in Gefahr. Erste Hamsterkäufe sollen beobachtet worden sein: Hausfrauen und -männer, bei denen sich Butterberge in den Einkaufswagen türmten.
Aber was ist, wenn diese Vorräte aufgebraucht sind? Werden sich die armen Deutschen nicht mehr ihr morgendliches Müsli leisten können, weil zu viel Milchpulver nach China exportiert wird? Wird der Quark — und erst recht die Butter — zum Luxusgut, weil die Inder danach so gieren? Dieser Eindruck entsteht, wenn man sich die Panikmeldungen zu Gemüte führt. Sogar das Kartellamt ermittelt, um zu klären, ob unerlaubte Preisabsprachen dahinterstecken.
Ach wie ist das schön, dass wir alle wieder etwas zum Aufregen haben. Aber der größte Skandal ist doch nicht, dass wir — auch wenn es schmerzt — nun endlich marktübliche Preise für dieses Grundnahrungsmittel zahlen müssen. (Hoffen wir, dass zumindest ein Teil davon bei den Erzeugern ankommt.) Der eigentliche Hammer besteht darin, dass europäische Milch nach Asien exportiert wird. Ist die Landwirtschaft dort so am Ende, dass der europäische Milchsee einmal um die halbe Welt geschifft werden muss? Armer Planet.

Juli 22, 2007

Arbeitszimmer aufräumen

Filed under: Arbeitsbedingungen,Marotten — laempel @ 11:53 pm

Regenwetter hat auch sein Gutes: Am Ende der ersten Ferienwoche gibt es keine Ausrede mehr, warum man noch nicht zum Beseitigen des Chaos schreitet, das sich in den letzten beiden Schulwochen im Arbeitszimmer ausgebreitet hat. Nicht nur auf dem Schreibtisch, nein auch auf dem Fußboden und der Fensterbank türmen sich Stapel der unterschiedlichsten Materialien, die „erst einmal“ dort abgelegt worden waren, um sie dann später „in Ruhe“ einzusortieren. Schließlich muss ein ganzes Schuljahr abgewickelt werden: Kopien von Notenlisten und Lernplänen müssen vernichtet werden, das verwendete Material so abgelegt werden, dass es sich in einem oder mehr Jahren problemlos wiedergefunden werden kann, und vor allem: Es muss sehr viel weggeschmissen werden. (Schon in den Osterferien kam hier ein voller Wäschekorb zusammen.)

Merkwürdigerweise produziert Aufräumen zunächst einmal eine noch größere Unordnung: Selbstverständlich kippte der Schredder um, sodass die ganzen Mini-Papierfetzen sich mehr oder weniger elegant über den Teppich verteilten. Und wer hatte bitteschön alle Fenster im Haus offengelassen und so einen effektiven Durchzug erzeugt? Ähnlich erging es beim Wegsortieren: Waren zunächst noch Teile der Schreibtischoberfläche zu sehen, verschwanden sie im Laufe des Vormittags unter den fünf (oder waren es zehn) gleichzeitig geöffneten Aktenordnern, in die offizielle Post, Klassenarbeiten, Unterrichtseinheiten und andere noch nicht wegzuwerfende Zettel abgeheftet werden mussten.

Da das Wetter um die Mittagszeit herum aufklarte und so interessantere Aktivitäten ermöglichte, ist der Prozess noch lange nicht beendet. Immerhin, die Fensterbank ist jetzt frei, ebenso neunzig Prozent des Fußbodens. Dafür türmt sich ein umso höherer Berg auf der Schreibtischplatte. Nur um die Tastatur herum ist genübend Freifläche verblieben, um hier eine komfortable Bedienung zu ermöglichen. Bis hier wirklich wieder Ordnung herrscht, müssen noch mehrere Regentage ins Land gehen…

Juli 8, 2007

Planungssicherheit

Filed under: Arbeitsbedingungen,Schulpolitik — laempel @ 10:14 pm

Eigentlich dürfte in so einem reglementierten Bereich wie der Schule die fristgerechte Besetzung von freiwerdenden Stellen kein Problem sein. Die Schulleiter melden ihren Bedarf bei den zuständigen Behörden an, Bewerber werden nach dem festgelegten Stellenschlüssel zugewiesen und die Unterrichtsverteilung für das nächste Schuljahr kann erstellt werden.

So einfach scheint es zumindest in Schleswig-Holstein nicht zu sein. Während im letzten Schuljahr an meiner Schule keine einzige freiwerdende Stelle trotz steigender Schülerzahlen neu besetzt wurde (offenbar hatte die Versorgung der „Verlässlichen Grundschule“ Priorität), wurden uns zumindest für das folgende Schuljahr Neubesetzungen zugesichert. Nur woran kann es liegen, dass noch nicht einmal die Hälfte der Stellen besetzt ist? Ist der zugegebenermaßen recht provinzielle Standort das Problem? Oder die Unzuverlässigkeit der Bewerber? Könnte es an den unsicheren Arbeitsbedingungen (Stichwort „neues Schulgesetz“) liegen, das Bewerber auf andere Bundesländer ausweichen lässt, wann immer es geht? Oder darf man vermuten, dass das Bildungsministerium zur Zeit selbst hoffnungslos überfordert ist, da die Neuanmeldungen an den Gymnasien aus Angst vor der Regional- und Gemeinschaftsschule extrem gestiegen sind? (Angeblich soll hier kein landesweiter Trend vorliegen, aber Zahlen konnte ich bisher nicht finden.)

Dabei wäre es sehr hilfreich, wenn Lehrer sich schon in den Sommerferien auf die neuen Klassen einstellen könnte. Und sei es nur dadurch, dass das Arbeitszimmer beim längst fälligen Großreinemachen entsprechend vorsortiert wird ….

Juli 7, 2007

Rauchen

Filed under: Eltern,Schulpolitik — laempel @ 9:06 pm

Das seit etwa einem Jahr geltende Rauchverbot an Schulen hat sich als Segen erwiesen. Rauchende Schüler müssen sich vom Schulgelände verkrümeln, um ihrem Nikotingenuss zu fröhnen, was die Zahl der an der Schule konsumierten Zigaretten drastisch verringert hat. (Ob man allerdings nicht über das Ziel hinausgeschossen ist, als man auch die Einrichtung von Raucherräumen für Lehrkräfte verbot, sodass auch diese an die Grenze des Schulgeländes zurückziehen müssen, steht noch dahin.)

Zu beobachten ist jedoch, dass es trotz dieser Verbote keinen allgemeinen Konsens in der Gesellschaft  gibt, dass in Gegenwart von Kindern nicht geraucht werden sollte. Wohlgemerkt sind es nicht die Lehrkräfte, ob rauchend oder nichtrauchend, die dies unterlaufen. Vielmehr sind es die Eltern selbst, die ihren Kindern nicht nur ein schlechtes Vorbild geben, sondern sie direkt über ihre Sucht schädigen. Hier nur ein paar Beispiele:

  • Papa bringt die Kinder mit dem Auto zur Schule. Während der Fahrt werden alle von der qualmenden Zigarette des Fahrers eingenebelt.
  • Mama setzt ihr Krabbelkind auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt in den Einkaufswagen. Bis zum Eingang wird schnell noch eine Zigarette geraucht — den aromatischen Dunst darf das Kleine bis dahin genüsslich einatmen.
  • Auf dem Schulparkplatz warten Eltern ungeduldig auf ihre Kinder. Mit der Zigarette in der Hand bilden sie ein Spalier, durch das alle anderen hindurchmüssen.
  • Beim Schulfest ist es einigen Müttern und Vätern unmöglich, die Tanz- und Theatervorführungen der Kinder zu verfolgen, ohne sich eine Zigarette anzustecken. Der Hinweis der Lehrkräfte, auf dem Schulgelände doch bitte nicht zu rauchen wird mit abfälligen, hämischen Bemerkungen kommentiert.

Manchmal beginnt man sich zu fragen, ob alle Eltern wirklich das Beste für ihre Kinder wollen.

Juli 1, 2007

Klimakatastrophe

Filed under: Uncategorized — laempel @ 10:03 pm

Der Oberlehrer glaubt fest an die bevorstehende Klimakatastrophe. Abgesehen davon dass kein Tag ohne neue Schreckensmeldungen vergeht (rasanter Anstieg des Meeresspiegels, Abschmelzen der Gletscher, ja sogar des Polareises usw.), erfährt er die Folgen täglich am eigenen Leibe. Es ist nie die richtige Temperatur — entweder ist es zu kalt oder zu heiß für die Jahreszeit, zu nass oder zu trocken. Dass die Temperaturen steigen, merkte man am außergewöhnlich milden Winter und extrem heißen Frühling. So geschwitzt hat der Oberlehrer noch nie im Mai!

Allerdings kommen ihm erste Zweifel: Wie passt denn nun der sich abzeichnende feucht-kalt-stürmische Sommer ins Bild? Aber für einen echten Katastrophengläubigen ist auch das kein Problem: Dies fällt unter die extremen Wetterereignisse, die schließlich laut Weltuntergangspropheten mit steigenden Temperaturen zunehmen sollen. Leise Hoffnung ist ob dieses typischen norddeutschen Schmuddelsommers dann doch angebracht: Sollte nicht möglicherweise der CO2-Ausstoß zurückgehen, weil weniger Klimaanlagen benutzt werden? Und diese Ersparnis würde dann doch dazu beitragen, den Treibhauseffekt abzumildern — oder?

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