Ostern hat, was das Einheimsen von Geschenken angeht, enorm zu Weihnachten aufgeholt. Stand zu Kindheitstagen des Oberlehrers die gemeinsame, wenn auch nicht immer spannungsfreie, Ostereiersuche im Familienkreis im Vordergrund, so versuchen sich in diesen Tagen die Verwandten mit Geschenken zu überbieten, auch wenn diese nicht ganz so werthaltig sind wie am Heiligabend oder Geburtstag. Wenn aber dem Enkelkindchen etwa einen Monat vor dem Ereignis regelmäßig im Wochenabstand Geld zugesteckt wird — „Für Ostern“ –, dann kommt schon eine anständige Summe zusammen.
„Was hast du zu Ostern bekommen?“ ist die Standardfrage am ersten Schultag nach den Ferien. Und die Antworten gehen bei der männliche Klientel von Computerspielen bis hin zur neuesten Ausgabe der Spielekonsole, bei den Mädchen von der bekannten Puppe mit der Wespentaille bis hin zu kompletten Reitausrüstungen. Bei beiden Geschlechtern gleichermaßen begehrt sind Handys und MP3-Player. Hinzu kommen dann noch Berge von Schokohasen, Praliné-Eiern und bunten Käfern aller Art. (Spätestens zu Weihnachten werfen wir die letzten davon in den Müll.)
Zu beobachten ist auch, dass es oft Kindern, deren Eltern Zuwendung und Betreuung vermissen lassen, in dieser Hinsicht an nichts mangelt, vielmehr dass sie die anderen noch an Masse übertreffen. Ganz so, als ob die Eltern an diesem einen Tag all das nachholen müssen, was sie den Rest des Jahres über versäumen.