Der Oberlehrer glaubt fest an die bevorstehende Klimakatastrophe. Abgesehen davon dass kein Tag ohne neue Schreckensmeldungen vergeht (rasanter Anstieg des Meeresspiegels, Abschmelzen der Gletscher, ja sogar des Polareises usw.), erfährt er die Folgen täglich am eigenen Leibe. Es ist nie die richtige Temperatur — entweder ist es zu kalt oder zu heiß für die Jahreszeit, zu nass oder zu trocken. Dass die Temperaturen steigen, merkte man am außergewöhnlich milden Winter und extrem heißen Frühling. So geschwitzt hat der Oberlehrer noch nie im Mai!
Allerdings kommen ihm erste Zweifel: Wie passt denn nun der sich abzeichnende feucht-kalt-stürmische Sommer ins Bild? Aber für einen echten Katastrophengläubigen ist auch das kein Problem: Dies fällt unter die extremen Wetterereignisse, die schließlich laut Weltuntergangspropheten mit steigenden Temperaturen zunehmen sollen. Leise Hoffnung ist ob dieses typischen norddeutschen Schmuddelsommers dann doch angebracht: Sollte nicht möglicherweise der CO2-Ausstoß zurückgehen, weil weniger Klimaanlagen benutzt werden? Und diese Ersparnis würde dann doch dazu beitragen, den Treibhauseffekt abzumildern — oder?