Bissiges

April 9, 2007

Entführungsopfer

Gespeichert unter: Politik — laempel @ 8:58

Der Oberlehrer wäre gern ein Entführungsopfer. Selbstverständlich eines, das viel Publicity erhält und dann nach kurzer Zeit unter dramatischen Umständen befreit wird.  Abgesehen von der Unbequemlichkeit der Gefangennahme und einer gewissen Unsicherheit ob des Ausgangs bieten sich hier bemerkenswerte Chancen:

  • Dass andere einen für wertvoll genug erachten, um eine Entführung zu riskieren, steigert das Selbstbewusstsein enorm.
  • Endlich wird man mal von allen wahrgenommen und bedauert (wichtig für die geschundene Lehrerseele).
  • Nach der Befreiung erhält man VIP-Behandlung, wird von allen Seiten umworben (auch eine Erfahrung, die Lehrer selten machen).
  • Indem man sich einen lukrativen Partner für die Exklusivrechte an der Inside-Story sichert, gewinnt man auch finanzielle Unabhängigkeit und vielleicht bieten sich dadurch ungeahnte Karrierechancen (die in der geliebt-gehassten Beamtenlaufbahn nie zu realisieren wären).

Die andere Kategorie — lange Gefangenschaft, kein öffentliches Interesse, unglückliches Ende — ist nicht annähernd so attraktiv. Vielleicht gibt es deshalb so einen Aufruhr, dass die befreiten britischen Marinesoldaten die Erlaubnis erhalten haben, ihre Erfahrungen zu vermarkten.

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