Bissiges

Juli 2, 2009

Sommerwetter

Gespeichert unter: Uncategorized — laempel @ 10:17
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Das Schöne am Sommerwetter ist, dass sich das Arbeitszimmer auf die Terrasse verlagern lässt. Da gehen die Korrekturen doch viel schneller von der Hand. Noch schöner allerdings ist es, einfach nur mit einem Glas Wein auf der Terrasse zu sitzen.

April 30, 2009

Exkursionen

In Schleswig-Holstein heißen Exkursionen seit einiger Zeit nicht mehr Exkursionen, sondern sie haben einen anderen Namen bekommen: Lernen am anderen Ort. Diesem Anspruch gerecht zu werden ist allerdings die hohe Kunst der Organisation eines Klassenausflugs.

Zwecks Motivation und Handlungsorientierung bucht Lehrkraft  den Bus zu den entsprechenden historischen/kulturellen/naturwissenschaftlichen Museen/Denkmälern/Ausstellungen (Unzutreffendes bitte streichen bzw. Fehlendes ergänzen), verzichtet dabei auf zentrale Führungen, sondern versorgt die Schüler mit selbst erstellten Aufgabenblättern, anhand derer die Einrichtungen selbstständig erkundet werden können. Voller Erwartung geht es los; beim Eintritt kann sich die Lehrkraft nicht eines leisen Lächelns erwehren ob der Schüler, die sich zielstrebig einzeln oder in kleinen Gruppen in der Ausstellung verteilen und an die Arbeit machen. Auf einen reichen Ertrag hoffend, blickt man den jungen Menschen wohlwollend hinterher.

Die stolz geschwellte Brust ob des eigenen Engagements und der guten Vorbereitung fällt jedoch schnell beim näheren Beobachten der Schüler in sich zusammen: Der eine zückt ein Fotohandy, die andere eine Digitalkamera, um Austellungsgegenstände und Texte abzufotografieren. Getreu dem Motto: Was ich im Kasten habe, kann ich getrost nach Hause tragen.

März 11, 2009

Schwarze Löcher

Gespeichert unter: Politik — laempel @ 2:32
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Flint spekuliert gerade über den Einfluss der Schwarzen Löcher im Alltag und kommt zu dem Schluss, dass alle mittelschweren Gravitationsprobleme auf diese zurückzuführen sind. Von dem Vorhaben, auch den Verbleib der verschwundenen Socken damit erklären zu wollen, kann ihm nur abgeraten werden. Es kann nur zu Irrwegen führen, denn  die Zusammenhänge sind hier viel naheliegender, als dass man  hierfür  Schwarze Löcher oder die Quantenphysik bemühen müsste.  Jeder weiß, dass die Textilindustrie mit der Waschmaschinenindustrie unter einer Decke steckt: In jeder Maschine ist ein Sockenannihilator eingebaut, der regelmäßig einen gewissen Prozentsatz an Socken aus dem Wirtschaftskreislauf entfernt, damit die Sockenproduktion nicht zum Erliegen kommt. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass sich so auch die Maschinen schneller abnutzen.

Aber dies sind nur Kleinigkeiten oder Peanuts, wie Banker zu sagen pflegen, wobei jetzt das eigentliche Thema erreicht wäre. Denn die Schwarzen Löcher bedrohen mittlerweile unsere gesamte Zivilisation: Zurzeit bemerkt man allerorten, dass Geld in unvorstellbaren Größenordnungen einfach verschwunden ist.  Und das Erstaunlichste: Kaum ist ein Finanzloch entdeckt, tut sich auch schon das nächste auf — wie uns alle Finanzexperten der Banken einhellig versichern, alles ganz unvermittelt und unvorhergesehen. (Die Ähnlichkeiten zum schleswig-holsteinischen Landeshaushalt sind hier übrigens rein zufälliger Natur.)

Was sagt uns das jetzt in Bezug auf die Physik der Schwarzen Löcher? — Schwarze Löcher sind nicht nur physikalischen, sondern auch biologischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Wie jedes Lebewesen sind sie an einer möglichst hohen Reproduktionsrate interessiert, um das Überleben der Art zu sichern. Und im Augenblick haben sie eine dermaßen hohe Reproduktionsrate erreicht, dass es enormer Anstrengungen bedarf, die Zivilisation, wie wir sie kennen, zu retten: Also Beamte, es ist endlich mal auch an euch, einen Beitrag zum Wohl der Gemeinschaft zu leisten. Steckt zurück, verzichtet auf Lohnerhöhung oder besser noch, arbeitet länger, damit der Staat Stellen einsparen und so das Geld an die notleidenden Bankmanager überweisen kann!

Februar 10, 2009

Widerstand ist zwecklos

Gespeichert unter: Arbeitsbedingungen, Schulpolitik — laempel @ 11:38
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“Jede grundlegende Reform erzeugt erst einmal Widerstand” — so ordnet also unsere Bildungsministerin, Frau Erdsiek-Rave, die Kritik der Lehrkräfte an der Oberstufenreform (”Profiloberstufe”) ein, wie jüngst in den Kieler Nachrichten zu lesen war. Die in dem Artikel geäußerte Kritik an dieser Reform bestand im Wesentlichen darin, dass diese (wie vieles aus dem Bildungsministerium) nicht ganz ausgegoren ist und zu wesentlich höheren Kursstärken geführt hat. Der pädagogische Mehrwert ist bei solchen Sparmaßnahmen für die Beteiligten dadurch natürlich nicht sofort zu erkennen, vor allem da bei der andauernden Reformeritis, gepaart mit zum Teil erschreckend oberflächlichen, allein der Zeitvergeudung dienenden Pflicht-”Fortbildungen” (nicht im Artikel erwähnt), nur noch wenig Zeit bleibt für die eigentliche Aufgabe von Lehrern: einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu gestalten.

Mit solchen Vorwürfen setzt sich eine Ministerin natürlich nicht gern auseinander. Und da kommt einem ein solches Totschlag-Argument  gerade recht, um alle Bedenken sofort vom Tisch wischen.

Januar 2, 2009

Wo ist das Weihnachtsgeld geblieben?

Gespeichert unter: Politik — laempel @ 1:51
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Der Oberlehrer ist beruhigt. Nachdem er im letzten Jahr befürchtet hatte, das gestrichene Weihnachtsgeld würde wirkungslos in einem der Schwarzen Löcher im Landeshaushalt verschwinden, so weiß er jetzt, dass wenigstens anderen Leuten damit etwas Gutes getan wird. Nachdem das Land Schleswig-Holstein mehrere hundert Millionen Euro eingesetzt hat, um die HSH-Nordbank zu stützen, reicht das Geld offenbar, um Prämien für Angestellte der Bank auszuschütten. Es ist ein schönes Gefühl, etwas an die abzugeben, die unter den widrigen Umständen der Finanzkrise immer noch ihre Zielvorgaben erfüllt haben.

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