Bissiges

Oktober 5, 2009

Markieren

Gespeichert unter: Schülerverhalten — laempel @ 10:11
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Als Hundebesitzer lächelt man gern auf sein geliebtes Pelztier hinab, wenn man beobachtet, wie es durch Duftmarken das eigene Territorium markiert. Einmal das Bein gehoben und die Nachricht „Ich war hier“ ist für alle nachfolgenden Hunde bis zum nächsten Regen deutlich lesbar.

Wir Menschen sind über dieses primitive Verhalten selbstverständlich weit hinaus. Wer von uns muss schon noch ein Revier abstecken — und überhaupt, mit Urin! Zugegeben, Letzteres ist in menschlichen Kreisen aus der Mode gekommen (auch wenn noch nicht alle dies mitbekommen haben); der Mensch hat eine kultiviertere Methode gefunden, anderen sein Sein kundzutun: eine Nachricht in Schriftform.

Zu besonders großer Kunst bringen es hier Schüler, wie der gelegentliche Blick auf deren Pulte zeigt: „Latein ist Scheiße“; „P.B. war hier“; „Death Metal“ und was der kryptischen Bemerkungen mehr sind. Wird dies eigentlich als besondere Kunstform anerkannt? In jedem Fall sind solche Nachrichten dauerhafter als Urin ….

September 30, 2009

Wahl 09

Gespeichert unter: Arbeitsbedingungen, Schulpolitik — laempel @ 10:44
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Peter Harry hat es also geschafft und darf erst einmal Ministerpräsident bleiben. Das Bildungsministerium wird dann wohl an Ekkehard Klug von der FDP gehen. Man kann gespannt sein, wie es weitergeht. Wird jetzt wieder der ganze Teig von vorn durchgerührt oder werden nur die gröbsten Unstimmigkeiten beseitigt? Was von dem, mit dem wir uns gerade arrangiert haben, wird bleiben? Was wird abgeschafft? Was wird man sich Neues ausdenken, um die eigenen Pflöcke einzuschlagen?

Ein Gutes hatte Frau Erdsiek-Rave jedenfalls: Durch die ewig neuen Regeln blieb immerhin die geistige Beweglichkeit erhalten. Mal sehen, was nun alles noch kommt und in welchem Takt man auch in Zukunft umlernen muss.

Juli 25, 2009

Verwaistes Bildungsministerium

Gespeichert unter: Arbeitsbedingungen, Schulpolitik — laempel @ 12:57

Die schleswig-holsteinische Regierungsposse (Harry Peter will Landtag auflösen, Ralf will nicht, Harry Peter wirft SPD-Minister/innen raus, „erfolgreiches“ Misstrauensvotum) dürfte sich inzwischen bundesweit herumgesprochen haben.

Am herzigsten war noch die Reaktion der geschassten Bildungsministerin. Sie macht sich doch nun ernsthaft Sorgen um die armen Mitarbeiter, die jetzt führungslos dastünden. Gut, die Tatsache, dass sie nur 24 Stunden Zeit hatte, sich zu verabschieden, war nun wirklich nicht die feine Art. Und dass der bisher von Bildungsfragen völlig unbeleckte Jörn Biel das Ressort kommissarisch übernehmen soll, weist nicht darauf hin, dass hier noch bis zur Wahl größere Schwerpunkte gesetzt werden sollen.

Allerdings darf man als Oberlehrer schon bezweifeln, ob sich die von der ehemals obersten Chefin beklagte Führungslosigkeit tatsächlich so nachhaltig auswirken wird. Von Führung und Organisation war jedenfalls in der letzten Zeit wenig zu spüren. Hier einige Highlights des letzten Schuljahres: Schulungen, wie mit dem neuen LRS-Erlass umzugehen sei, erfolgten erst zwei Monate nach Inkrafttreten. Und die „Netzwerkveranstaltungen“, die bei der Entwicklung der schulinternen Fachcurricula helfen sollten, gerieten eher zu einer Werbeveranstaltung in eigener Sache, als dass hier tatsächlich konkrete Anregungen gegeben wurden. Die überhastet und ohne jede Abstimmung auf die Lehrpäne der 10. Klassen eingeführte Realschulprüfung an den Gymnasien hat den Spaßfaktor vor allem durch das vom Bildungsministerium praktizierte „Just-in-time-Prinzip“ erheblich erhöht. Auf eine Vorlage, wie die seit Schuljahresbeginn geforderten erweiterten Kopfnoten (Sozial-, Selbst-, Methodenkompetenz) auf den Zeugnissen vermerkt werden sollen, warten die Schulen immer noch.  Schön auch das Abschaffen des Sitzenbleibens mit der zurzeit noch geltenden Übergangsregelung, die wegen mangelnder Klarstellung durch das Ministerium für viele interessante Diskussionen im Kollegium gesorgt hat.

Es ist doch gut, dass erst einmal Ferien sind. Und nach der Landtagswahl am 27. September wird alles besser — oder?

Juli 2, 2009

Sommerwetter

Gespeichert unter: Uncategorized — laempel @ 10:17
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Das Schöne am Sommerwetter ist, dass sich das Arbeitszimmer auf die Terrasse verlagern lässt. Da gehen die Korrekturen doch viel schneller von der Hand. Noch schöner allerdings ist es, einfach nur mit einem Glas Wein auf der Terrasse zu sitzen.

April 30, 2009

Exkursionen

In Schleswig-Holstein heißen Exkursionen seit einiger Zeit nicht mehr Exkursionen, sondern sie haben einen anderen Namen bekommen: Lernen am anderen Ort. Diesem Anspruch gerecht zu werden ist allerdings die hohe Kunst der Organisation eines Klassenausflugs.

Zwecks Motivation und Handlungsorientierung bucht Lehrkraft  den Bus zu den entsprechenden historischen/kulturellen/naturwissenschaftlichen Museen/Denkmälern/Ausstellungen (Unzutreffendes bitte streichen bzw. Fehlendes ergänzen), verzichtet dabei auf zentrale Führungen, sondern versorgt die Schüler mit selbst erstellten Aufgabenblättern, anhand derer die Einrichtungen selbstständig erkundet werden können. Voller Erwartung geht es los; beim Eintritt kann sich die Lehrkraft nicht eines leisen Lächelns erwehren ob der Schüler, die sich zielstrebig einzeln oder in kleinen Gruppen in der Ausstellung verteilen und an die Arbeit machen. Auf einen reichen Ertrag hoffend, blickt man den jungen Menschen wohlwollend hinterher.

Die stolz geschwellte Brust ob des eigenen Engagements und der guten Vorbereitung fällt jedoch schnell beim näheren Beobachten der Schüler in sich zusammen: Der eine zückt ein Fotohandy, die andere eine Digitalkamera, um Austellungsgegenstände und Texte abzufotografieren. Getreu dem Motto: Was ich im Kasten habe, kann ich getrost nach Hause tragen.

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